Mikroalgenreaktoren sind kein Hexenwerk!
Der ADS Grenzfriedensbund e.V. macht das Prinzip der Wasserreinigung durch Mikroalgen erlebbar und verständlich.
Ab Sommer 2025 erproben ADS-Pädagogen mit Schulklassen Pilotkurse zu:
a) Algen zur Wasserreinigung,
b) Algen als Kosmetik,
c) Algen als Nahrungsmittel.
Ein Algenbioreaktor wird an einem Schullandheim an der Schlei installiert, um Schülern den praktischen Umgang mit Mikroalgen näher zu bringen und die vielfältigen Einsatzgebiete aufzuzeigen. Das Projekt wird wissenschaftlich von Partnern aus der Blauen Bioökonomie und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unterstützt. Zudem werden Lehrer für Algen, Biotechnologie und Blaue Bioökonomie ausgebildet, mit einer angestrebten Zertifizierung durch die IQSH.
A und B fördert Nachhaltigkeitsbildung und Fachkräfteausbildung. Es sensibilisiert Schüler und die Öffentlichkeit für Blaue Bioökonomie und unterstützt die Entlastung überdüngter Gewässer wie der Schlei.
Wie reinigt man Wasser mit Algen? Was haben Mikroorganismen mit Kosmetik zu tun? Und wie schmecken eigentlich Algen? Genau diesen Fragen geht das Bildungsprojekt AundB – Algen und nachhaltige Bildung nach. Im Mittelpunkt steht eine Mikroalgen-Kläranlage, die im September 2025 am ADS-Schullandheim Ulsnis an der Schlei installiert wurde: ein lebendiges Klassenzimmer, das Nachhaltigkeit und Kreislaufprinzipien begreifbar mcht.
Mikroalgen sind kleine Vielkönner: Sie reinigen nährstoffbelastetes Wasser, produzieren Sauerstoff und liefern dabei wertvolle Biomasse. In drei thematischen Lernmodulen (Wasserreinigung, Kosmetik, Ernährung) lernen Kinder und Jugendliche die Anwendungen der Blauen Bioökonomie kennen. Die Pilotkurse werden durch Pädagogen des Vereins und Lehramtstudierenden der CAU Kiel begleitet.
In einem ehemaligen Tischtennisraum wurde mit Projektmitteln eine Algenproduktionsanlage errichtet. Die Röhrenanlage nutzt das hauseigene Grauwasser aus dem Schullandheim, das zuvor technisch vorgetrennt wurde. Selbst die entstehende Abwärme wird clever weiterverwendet: Sie trocknet nasse Schwimmwesten im Nebentrakt. Die Biomasse dient dem Projekt AlgenSaat zur Ummantelung („Coating“) von Saatgut und Dünger. Auch die Hochbeete vor Ort werden mit diesen Algenprodukten gedüngt.
Ein Schülerlabor ermöglicht Experimente in den MINT-Fächern: Mikroskopieren, Wasseranalytik, Photometrie und Technik stehen ebenso auf dem Stundenplan wie nachhaltige Kreisläufe und CO₂-Bilanzen. Auch die anderen ADS-Schullandheime in Deutschland un Dänemark werden eigene Algen-Schwerpunkte setzen, z. B. in Ernährung, Kosmetik oder Kunst.
AundB richtet sich nicht nur an Schüler: Auch Lehrkräfte werden mit fortgebildet. Unterstützt durch den IQSH sollen Module zur Blauen Bioökonomie dauerhaft in Bildungsangebote integriert werden; analog als auch digital in Form von Webinaren oder Hybridformaten.
Dank der dänisch-deutschen Freundschaft innerhalb des ADS sind auch Schulbegegnungen mit Partnerinstitutionen aus Skandinavien geplant. Das Projekt schlägt somit Brücken zwischen Umweltbildung, interkulturellem Austausch und angewandter Wissenschaft.
Als bundesweit erste Bildungsinitiative dieser Art zeigt AundB, wie Blauen Bioökonomie schon heute konkret und praxisnah vermittelt werden kann. AunB steht für echten Erkenntnisgewinn, greifbare Umweltvorteile und einen hohen pädagogischen Wert.
Prof. Dr. Michaela Oesser
ADS Grenzfriedensbund e.V.
moesser@dein-ads.de
www.dein-ads.de