Mini-Gemüse ist total im Trend! Von kleinen Paprikaschoten bis zu winzigen Brokkoli gibt es eine Vielfalt an kleinen Gemüsesorten, die immer beliebter werden. Die Acheron GmbH arbeitet an einem innovativen Konzept, um herkömmliche Tierställe in moderne Anlagen für die Nahrungsmittelproduktion umzuwandeln. Dabei sollen verschiedene Module für die Produktion von Fleisch, Fisch und Gemüse innerhalb des Stalls kombiniert werden. Das Ziel ist es, Wasser, Phosphor und Stickstoff im Kreislauf zu führen, Emissionen zu reduzieren und die Betriebsproduktivität zu steigern. Das AMiGem Projekt innerhalb dieses Systems beschäftigt sich speziell mit der Aquaponik. Hier wird erstmals erforscht, wie Abwässer und Feststoffe aus der Fischzucht effektiv für den Anbau von Mini-Gemüse genutzt werden können, um hochwertige Fisch- und Gemüseprodukte herzustellen.
Kai Meissner
Acheron GmbH
Winzige Paprikas, Mini-Brokkoli, Baby-Salat – Minigemüse liegt im Trend. Es ist bunt, gesund, platzsparend und lässt sich in der Gastronomie wie im Supermarkt vielseitig einsetzen. Doch wie produziert man es nachhaltig – ohne zusätzliche Flächen, Pestizide oder Nährstoffverluste?
Das Projekt AMiGem liefert darauf eine überraschende Antwort: mit Fischwasser. Genauer gesagt: mit Abwasser aus der Aquakultur, das normalerweise entsorgt oder aufwändig gereinigt werden müsste. Im Rahmen des Projekts wurde erforscht, wie sich Nährstoffe aus der Fischzucht direkt für die Produktion von Minigemüse nutzen lassen – in einem geschlossenen Kreislauf.
Hinter AMiGem steht die Acheron GmbH, die mit ihrem innovativen Umbaukonzept klassische Tierställe in moderne Lebensmittelanlagen verwandelt. Ziel ist ein modulares System, in dem Fleisch-, Fisch- und Pflanzenproduktion miteinander kombiniert werden – effizient, platzsparend und emissionsarm.
AMiGem konzentriert sich dabei auf das Aquaponik-Modul: also die Verbindung aus Fischzucht (Aquakultur) und Pflanzenanbau (Hydroponik). Dabei wurde untersucht, wie Abwässer und feste Rückstände aus der Fischhaltung als Nährstoffquelle für Mini-Gemüse genutzt werden können – mit stark reduzierter Zudüngung.
• Ressourceneffizienz: Wasser, Phosphor und Stickstoff zirkulieren im System – sie gehen nicht verloren, sondern werden mehrfach genutzt.
• Flächenunabhängigkeit: Die Produktion findet in umgebauten Stallgebäuden statt – ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.
• Emissionseinsparung: Durch die Kombination von Fisch und Pflanze wird weniger Ammoniak freigesetzt, gleichzeitig sinken CO₂-Emissionen durch kürzere Transportwege.
• Produkttauglichkeit: Die Mini-Gemüseprodukte aus dem System sind qualitativ hochwertig, marktgerecht und attraktiv für Endverbraucher.
AMiGem zeigt, dass moderne Kreislaufwirtschaft nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich vielversprechend ist. Die Verbindung von Aquakultur und Gemüseanbau hat das Potenzial, ehemalige Tierhaltungsbetriebe in Zukunftsbetriebe zu verwandeln – für eine regionale, emissionsarme und nachhaltige Lebensmittelproduktion.
Projektkoordination: Acheron GmbH