Schönes Haar mit Kollagen statt Silikon
Deutschlandweit greifen mehr als 20 Millionen Menschen ab 14 Jahren regelmäßig zu Haarkuren oder Pflegespülungen. Diese enthalten oftmals Silikone, welche keine haarpflegenden oder -reparierenden Eigenschaften besitzen, sondern die Haare lediglich ummanteln und Schäden abdecken. Silikone und andere flüssige Kunststoffe können sich, ähnlich wie Mikroplastik, über unsere Abwässer in der Umwelt anreichern und zu Schäden in aquatischen Ökosystemen führen.
Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung einer naturkosmetikzertifizierten Haarpflege auf Basis von Quallenkollagen als natürliches Biopolymer, welches dem Haar Kämmbarkeit, Widerstandsfähigkeit und Glanz verleihen soll. Das marine Kollagen soll dabei nach der Anwendung nicht wieder ausgewaschen, sondern durch eine enzymatische Reaktion fest an die Proteinstruktur der Haare gebunden werden, um insbesondere geschädigte Haarstrukturen nachhaltig aufzufüllen und zu reparieren.
Glänzendes Haar ohne Plastik: Das ist das Ziel von MAREPAIR, einem Projekt aus dem Innovationsraum „Bioökonomie auf marinen Standorten“. Gemeinsam mit der Firma oceanBASIS entwickelt das Projektteam eine natürliche Haarpflege auf Basis von Quallenkollagen – ganz ohne Silikone oder synthetische Polymere.
Der Clou: Das marine Kollagen soll nicht einfach nur das Haar umhüllen, sondern sich durch eine gezielte enzymatische Reaktion dauerhaft mit der Haarstruktur verbinden – für eine nachhaltige Reparatur geschädigter Haare.
Klassische Haarkuren setzen auf Silikone, die das Haar oberflächlich glätten. Doch sie reparieren nichts – und belasten über das Abwasser Umwelt und Gewässer. MAREPAIR will das ändern und hat dafür eine echte biobasierte Alternative entwickelt.
Erforscht wird der Einsatz von Quallenkollagen aus der Wurzelmundqualle Rhopilema esculentum, das gemeinsam mit speziellen pflanzlichen Proteinhydrolysaten und dem Enzym Transglutaminase zum Einsatz kommt. Der Wirkstoff soll geschädigte Haarstrukturen nachhaltig auffüllen, anstatt sie nur zu kaschieren.
• Die Haarpflege wurde auf Echthaar getestet – mit Fokus auf Glanz, Reißfestigkeit und Kämmbarkeit.
• Die Kombination aus verschiedenen pflanzlichen Proteinen und dem Enzym zeigte positive Effekte auf die Festigkeit der Haare.
• Das marine Kollagen wirkt vor allem an der Haaroberfläche – für Glanz und Geschmeidigkeit.
• Erste Rezepturen wurden entwickelt, die rückfettend wirken und die Haarstruktur stabilisieren.
• Ein zweistufiges Verpackungssystem wurde konzipiert: Enzym und Pflegekomplex werden erst kurz vor der Anwendung kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhalten.
Die finale Rezeptur befindet sich noch in der Entwicklung. Positive Ergebnisse aus bisherigen Versuchen sollen vor der Markteinführung wissenschaftlich stärker abgesichert werden. Außerdem soll die weiter Rezeptur optimiert und an unterschiedliche Haartypen angepasst werden, um ein künftig ein stimmiges Pflegekonzept für jeden Haartyp anbieten zu können.
MAREPAIR steht exemplarisch für die Verbindung von Meeresbiotechnologie, Nachhaltigkeit und Kosmetik. Statt fragwürdiger Inhaltsstoffe aus der Petrochemie setzt das Projekt auf biobasierte Wirkstoffe mit echtem Mehrwert für Umwelt und Verbraucher.